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Der Willy Brandt Platz

Der heute bei den Frankfurtern im Volksmund nur als Willy bekannte Platz hieß nicht immer so. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich - hier kommt nun die ganze Geschichte über unsern Willy.

Der Willy Brandt Platz

Der Willy blickt auf eine äußerst bewegte Vergangenheit zurück, die nicht immer so schön war, wie die Gegenwart. Im Mittelalter kam ihm die zweifelhafte Aufgabe zu, den in Frankfurt zu Tode verurteilten Verbrechern und Halunken aber auch den unglücklichen Opfern juristischer Irrtümer und politischer Intrigen, das letzte Mal die Tore Frankfurts zu öffnen und Ihnen damit den Weg zum Galgenfeld und in den Tod freizugeben. Daher auch der etwas undankbare Name Galgentor, beziehungsweise Galgentorplatz. Nachdem diese dunkle Zeit für die einen mehr und die anderen weniger angenehm vorübergegangen war, entstand, nach dem Abriss der überflüssig gewordenen Stadtbefestigungen der erste Frankfurter Bahnhof, der Westbahnhof. Durch weiteres schnelles Wachstum der Stadt reichte der Platz hier schon bald nicht mehr aus, um die zahlreichen Reisenden empfangen zu können. Ein neuer, der heutige Hauptbahnhof musste her und wurde 1888 gebaut.

Nun entstand, zur Freude der Frankfurter, ein Schauspielhaus auf dem ehemaligen Bahnhofsgebiet, der nun folglich den weitaus freundlicher klingenden Namen Theaterplatz erhielt.
So verging die Zeit, nach den Todgeweihten schlenderten nun die weit besser gelaunten Theaterbesucher über den Platz, obwohl auch von denen der ein oder andere auf Grund des Dargebotenen mächtig schlechte Launen gehabt haben dürfte. Den Willy kümmerte das aber nur wenig. Er wurde renoviert, umgestaltet, zerstört und wieder hergerichtet. Er hatte gute und schlechte Zeiten. Auch Erfahrungen mit Drogen sammelte er reichlich. Von Crack bis Heroin hat er alles gesehen.

Irgendwann entschieden sich wichtige Menschen dann auch einem gewissen Willy Brand die Ehre und Wertschätzung der Stadt Frankfurt zu erweisen. Das war DIE Chance vom Willy. Er bekam eine Menge Aufmerksamkeit, es wurde gefeiert und getrunken wie noch nie auf ihm. Er hatte nun endlich seinen heutigen Namen.

Der Alltag fing ihn aber schon bald wieder ein. Es kamen mehr und mehr Bänker, die ihn kreuzten und querten – die wenigsten verweilten. Sie hatten wohl nicht unweit von ihm ihr Nest. Er hörte Geschichten von Leitzinsen und Rendite, von Europa und einer europäischen Zentralbank. Das hatte vielleicht auch was mit dieser ersten Euro-Münze zu tun, die an seiner Nord-West-Ecke ausgegeben wurde. Irgendwie hing da wohl auch noch dieses komische Zeichen mit drin, dass die Leute ständig fotografierten. Wirklich interessieren, tat ihn das aber nicht.

Worauf er sich auf jeden Fall immer wieder freut ist eine gepflegte Runde Bike-Polo. Mittlerweile kann man wohl sagen, dass das ein richtiges Hobby von ihm geworden ist. Dummerweise ist da aber noch dieser Typ von der Börse, der das auch gerne spielt. Den mag der Willy gar nicht. Naja, wenigstens die Deutschen Meisterschaften wird er live miterleben.

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Entstanden aus dem Umfeld ihrer lokalen Fahrradkurierszene, treten sie in diesem Jahr als Trikotsponsoren der Deutschen Meisterschaft auf und stiften jede Menge Goodies!!
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